Am 9.8.2009 fand unsere 11. und zugleich allerletzte Lohmann-Ausfahrt statt. Eigentlich sollte bereits 2008 die letzte Ausfahrt mit den Selbstzündern stattfinden, da aber in diesem Jahr der Lohmann-Motor 60 Jahre alt wurde, haben wir noch eine Fahrt durchgeführt. Statt vieler Worte können Sie hier einen kleinen Video-Clip der Ausfahrt sehen.
Hier sehen Sie einige Bilder von unserer 8. Lohmann-Ausfahrt am 6.8.2006. Der Start- und Zielpunkt war dieses Jahr erstmalig in Westertimke bei "Klee`s Hofcafe".
Wer glaubt, unsere Gegend wäre flach wie ein Teller, der irrt. Es ging rauf und runter. Die ersten "Steigungen" hatten die Lohmänner zwischen Westertimke und Kirchtimke zu überstehen.
Kurze Pause am Ortseingang von Kirchtimke.
Nach weiteren 5 Kilometern wurde in Steinfeld eine kurze Pause eingelegt.
Der Spaß kam nicht zu kurz. Horst wollte seinen Lohmann von einer Feldbahn überfahren lassen, aber leider kam keine. Markus meinte, er sollte den Lohmann lieber eingraben, dann könnte er ihn abends wieder ausgraben...
Sehr schöner Lohmann (Modell 51) an einem Dürkopp-Fahrrad.
Vorbei ging es an der Torf-Verladestation Steinfeld, wo der Torf aus den Loren in LKW´s verladen wird.
Eine schöne Strecke war auch die Fahrt durch den Ummel, hier zwischen Wentel und Rhadereistedt.
Pechvogel des Tages war Chris, der nicht nur einige Schrauben verlor, sondern auch noch einen Plattfuß bekam. Trotzdem konnten alle Teilnehmer mit eigener Kraft das Ziel erreichen.
Am 7.8. fand unsere 7. Tagesfahrt mit unseren Lohmann-Fahrradhilfsmotoren statt. Leider ist die eigentliche Fahrt im wahrsten Sinne des Wortes „ins Wasser gefallen“. Dieses August-Wochenende war eines der verregnetesten überhaupt, mit heftigen Gewittern und kräftigen Schauern, teilweise mit starkem Hagel, sodass es innerhalb von wenigen Minuten wie im Winter aussah. Überall im Lande hatten Oldtimer-Veranstaltungen unter dem Wetter zu leiden, bei einem Oldtimer-Markt in unserer Nähe mussten schon am Samstag-Nachmittag die Oldtimer mit einem Trecker vom Gelände gezogen werden, da diese in dem knöcheltiefen Schlamm versackten. Viele Teilnehmer, die zu unserer Lohmann-Tagesfahrt kommen wollten, haben sich schon Tage zuvor abgemeldet, weil der Wetterbericht keine guten Aussichten vorhergesagt hatte. Trotzdem erschienen am Sonntag immerhin noch 16 Teilnehmer auf dem Parkplatz bei unserem Vereinslokal.
Der Star des Tages:"Junior" aus Österreich.
Außergewöhnlicher "Junior"-Tank.
Regen, Regen und nochmal Regen, trotzdem behielten wir unsere gute Laune...
Immer wieder nahmen wir einen Anlauf, um mit der Ausfahrt zu beginnen, doch durch die nassen Straßen konnten wir einige Motoren erst gar nicht starten, da die Reibrollen wegen der Nässe nur am durchrutschen waren. Nachdem wir drei vergebliche Anläufe unternommen haben, um mit der Ausfahrt zu beginnen, und jedes Mal von kräftigen Schauern davon abgehalten worden waren, haben wir uns dazu entschlossen, auf die Fahrt zu verzichten. Zum ersten Mal in unserer Geschichte ist „Plan B“ in Kraft getreten. Wir haben die Fahrzeuge in Garagen untergestellt, und haben eine Fahrgemeinschaft mit unseren Pkws gebildet, um nach Hepstedt zu fahren. Wir haben dort im „Gasthaus Blanken“ Mittag gemacht, und die Zeit genutzt, um ausgiebig zu „klönschnacken“.
Am Mittagstisch.
Erfahrungsaustausch am Mittagstisch.
Nach dem Mittag sind wir nach Westertimke gefahren, um noch bei der Familie Klee Kaffee zu trinken. Um 17 Uhr waren wir wieder in Kleinmoor. Es war zu dem Zeitpunkt einigermaßen trocken, und 8 unerschrockene Lohmann-Fahrer versuchten noch eine kleine Runde zu drehen. Leider ging die Mini-Ausfahrt nur bis Oberende, und fand in einem Bushaltehäuschen ein jähes Ende, da dunkle bedrohliche Regenwolken wieder ihre Last fallen ließen. Nun war Schluß mit lustig, und die kleine Gruppe machte sich in einer Schauerpause schnell wieder auf den Rückweg.
Hier fand die Mini-Ausfahrt ein jähes Ende...
Bei der Ankunft wurde nicht sofort die Heimreise angetreten, sondern es gab auf dem Hof des Veranstalters noch eine „Bastelstunde“. Es wurden gleich mehrere Lohmann-Motoren zerlegt und zusammengeschraubt, sowie überholte Maschinen an Fahrräder montiert. Eigentlich hat uns dieser Tag doch gut gefallen, wir konnten beim Mittagessen und beim Kaffeetrinken stundenlang unsere Erfahrungen austauschen, und so mancher Tipp und Trick konnte weitergegeben werden. Wir möchten uns bei allen bedanken, die trotz des schlechten Wetters weite Anfahrwege im Kauf genommen haben, um dabei zu sein !
Jeder, der schon einmal mit einem historischen Dampfzug gefahren ist, kennt das Phänomen: Nähert sich der Zug einer Weide mit Kühen, so nehmen diese in Panik Reißaus und laufen wild davon. Ähnliches spielte sich am 8.August 2004 bei unserer 6.Lohmann-Tagesfahrt in Seehausen ab, als die Rindviecher das Summen und Brummen von insgesamt 19 Lohmann-Fahrradmotoren bemerkten. Vermutlich im Glauben, hier komme ein größerer Schwarm von Wespen oder Hornissen, gab es für die Kühe kein Halten mehr. Unsere Lohmann-Tagesfahrt begann an diesem Tag um 10 Uhr in Lilienthal-Kleinmoor, und führte uns durch den Graspad, Moorende, Seehausen und Tüschendorf.
Kurze Pause in Moorende.
In Tüschendorf kam unser „Reserve-Lohmann“ zum Einsatz, der auf dem Anhänger des Pannenwagens mitgeführt wurde. Ullrich hatte an dieser Tagesfahrt mit seinem aus Österreich stammenden Lohmann-„Junior“ teilgenommen, der jetzt aber vorsorglich ausgetauscht wurde, da er Leistung verlor, und unwahrscheinlich heiß wurde. Da der Motor fast neu war, aber schon einige Kilometer lief, wurde vermutet, daß hier eine zu dicke Ausgleichscheibe auf der Kurbelwelle die Ursache war, sodaß die Kurbelwelle nicht genug Spiel hatte und deshalb zu stramm arbeitete. Nach dem Fahrzeug-Tausch ging die Fahrt weiter nach Tarmstedt, wo unsere Lohmänner eine „größere Steigung“ bewältigen mussten, wir fuhren den Geestrücken hinauf, der immerhin 25 Meter über dem Meeresspiegel liegt.
Auf dem Weg nach Tarmstedt.
Nachdem wir diesen „gewaltigen Höhenunterschied“ bewältigt hatten, drehten wir wie bei der letzten Lohmann-Fahrt einige „Ehrenrunden“ in dem dortigen Kreisverkehr, um dann in Richtung Hepstedt weiterzufahren. In Hepstedt kamen wir pünktlich zum Mittagessen um 11 Uhr 30 an, allerdings gab es hier eine größere Verzögerung, da die Küche nicht so schnell mit den verschiedenen Gerichten nachkam, aber so hatten wir wenigstens die Gelegenheit, kleine Reparaturen zu erledigen und unsere Fahrzeuge aufzutanken, sowie ausgiebig unsere Erfahrungen auszutauschen.
Auf der Gravestraße kurz vor Glinstedt.
Nach dem Mittag ging es über Breddorf, Hanstedt, Glinstedt und Forstort-Anfang weiter zum Huvenhoopsmoor. Hier machten wir eine einzigartige Sonderfahrt mit der schmalspurigen Torfbahn und der kleinen Diesellok „Schnuffi“. Lokführer Peter war gleichzeitig der Fremdenführer, und zeigte uns eindrucksvoll die Entstehung des Torfes, den Abbau und die Renaturierung des Moores.
"Schnuffi" ist Abfahrbereit...
Jürgen wurde zum "Rangierer"...
Die renaturierten Flächen sind von beeindruckender Schönheit und Lebensraum vieler vom Aussterben bedrohten Tierarten wie z.B. Eidechsen, Kreuzottern, verschiedene Vogelarten usw. Bei dem Rundkurs konnten wir sogar ein Dutzend Kraniche beobachten, die anfingen, sich an einem der Seen für den Flug gen Süden zu sammeln. Ständig wurde für Heiterkeit gesorgt, so wurde z.B. Jürgen zum Rangierer, da wir zweimal die letzten beiden Waggons „verloren“ hatten, und Jürgen diese nach dem Zurücksetzen des Zuges wieder anhängte. Nach knapp 1 ½ Stunden war diese schöne Torfbahnfahrt leider vorbei, und wir sattelten wieder auf unsere Lohmänner um.
Die wunderschönen renaturierten Flächen.
Zurück ging wieder über Forstort-Anfang, Glinstedt, Hanstedt, Breddorf und Hepstedt nach Westertimke, wo wir bei „Klee´s Hofcafe“ eine längere Kaffee- und Kuchenpause einlegten. Da die Temperaturen an diesem Tage über 30 Grad lagen, wurde bei Klee´s auch viel Eis verspeist. Die Rückfahrt nach Lilienthal über Tarmstedt wurde jetzt aber sehr abenteuerlich. Da die Temperaturen auch in den Abendstunden konstant hoch blieben, aber die Luft sich veränderte, traten jetzt immer mehr Pannen auf. Bei sehr vielen Lohmann-Motoren stellte sich plötzlich ein unwahrscheinlicher hoher Kraftstoffverbrauch ein, es musste ständig nachgetankt werden, und die Motoren fingen erheblich an zu räuchern. Für den Pannenwagen (gefahren von Ute) gab es jetzt richtig Streß, da er zwischen Lilienthal und Tarmstedt pendeln musste, um die Pechvögel aufzuladen. Neben dem Kraftstoffverbrauch plagten uns jetzt auch gerissene Bowdenzüge, da wegen der Wärme die Schmierung an der „Schnecke“ (Kompressionsverstellung im Zylinder) nachließ und so bei etwas mehr Kraftaufwand die Züge zum Reißen brachte.
Durch die Luftveränderung wurden unsere Lohmänner zu"Qualmern".
"Mit dem Öl nicht sparsam sein..." - Jürgen beim Abschmieren der "Schnecke".
Hans-Werner hatte in Seehausen mehr Pech, sein Zylinder ist regelrecht „explodiert“, der Zylinder ist zwischen den Kühlrippen und dem Mischer rundherum auseinandergeplatzt. Wieso und warum so etwas passieren kann, bleibt uns allen ein Rätsel. Hans-Werner wurde anschließend von Ullrich, der immer noch den Reserve-Lohmann fuhr, mittel eines Seiles abgeschleppt, da der Pannenwagen noch mit anderen Pechvögeln unterwegs war. Um 20 Uhr 10 traf dann auch der letzte Teilnehmer wohlbehalten in Kleinmoor ein, und so konnten wir die Tagesfahrt mit ihren knapp 80 Kilometern beenden. Abgesehen von Hans-Werner`s „Totalschaden“ konnten alle Maschinen in den Tagen danach wieder zum Leben erweckt werden. Die Pannen und Verzögerungen wurden voll durch die einmalige und einzigartige Torfbahnfahrt entschädigt, und so freuen wir uns schon auf nächste Lohmann-Ausfahrt!